Wie funktioniert das Lymphgefäßsystem?

Lymphangion

Lymphe wird in pulsierenden Bewegungen nach oben getrieben und durch Lymphklappen am Rückfluss gehindert.

Lymphe ist Gewebewasser, das entgegen der Schwerkraft nach oben befördert werden muss. Wie sieht die Transporttätigkeit der Lymphgefäße aus, wenn es doch keine zentrale Pumpe – wie das Herz im Blutkreislauf – gibt?

Der aktive Transport

Den aktiven Transport der Lymphe übernehmen die Lymphangione (deshalb auch „Lymph-Herzen“ genannt).
Das sind die Abschnitte zwischen den Lymphklappen. Diese verfügen über eine ringförmige Muskulatur, die sich in rhythmischen Bewegungen zusammenzieht. Dabei öffnen sich die Lymphklappen nach oben und lassen Lymphe durchfließen. Nach unten verhindern die Lymphklappen im geschlossenen Zustand den Rückfluss. Nur wenn die Klappen richtig schließen, kann der Transport ohne Probleme funktionieren.

Der passive Transport

Durch die Tatsache, dass das Lymphsystem mit dem vom Herzen angetriebenen Blutkreislauf verbunden ist, entsteht eine Sogwirkung, die den Lymphfluss ohne aktive Pumpbewegungen, passiv voran bringt.

Die Bewegung der Lymphgefäße wird auch durch die Muskel- und Gelenkbewegungen des Körpers mitgezogen.

Wechselnder Druck, der vom Pulsschlag des Herzens, der Atmung und der Bewegung des Zwerchfells kommt, wirkt ebenfalls auf die Bewegung der Lymphgefäße als treibende Kraft.

Auch Darmbewegungen setzen sich in den Lymphgefäßen fort.

Was macht das Lymphsystem?

Die Lymphgefäße sind als wesentlicher Teil des Körpers eingebunden in alle Aktivitäten. So ist der natürliche Lymphfluss abhängig von dem gesundheitlichen Zustand und der Fitness des Menschen.

Entscheidend für die Immunabwehr des Menschen sind die Lymphozyten. Das Lymphgefäßsystem ist mit an der Bildung der Lymphozyten beteiligt und für deren Verteilung im Körper.

Die Lymphozyten stellen eine Gruppe der Leukozyten, der weißen Blutkörperchen, dar.

Sie werden in Milz, Knochenmark, der Thymusdrüse und den Lymphknoten gebildet. Ein Großteil der Lymphknoten wird an dem Ort seiner Entstehung gespeichert und bei erhöhtem Bedarf, etwa einer Infektion, freigesetzt.

Man unterscheidet B-Lymphozyten und T-Lymphozyten, die beide der Abwehr von Krankheitserregern dienen.

Von beiden Unterarten gibt es Formen, die nur 7 Tage aktiv sind und langlebige Arten, die 500 Tage ihren Dienst tun. Letztere sind in der Lage, sich den Erreger einer überstandenen Infektion zu merken. Bei einer erneuten Infektion ist ihnen der Angreifer bekannt und es kann schnell und effektiv dagegen vorgegangen werden.

Eine zu hohe oder zu niedrige Anzahl von Lymphozyten im Blut gibt Hinweise auf bestimmte Krankheiten.

In verschiedenen Fällen kann das Lymphsystem durch Lymphdrainage bei seinen Aufgaben unterstützt werden.